Unser Gast ist heute der Regisseur Stefan Haupt, dessen aktueller Film „Stiller“ gerade in den Kinos läuft.

Kleiner Hinweis für diese und alle anderen Folgen: Ihr könnt jederzeit Teile des Podcasts überspringen, dafür gibt es die Kapitelmarken und Zeitstempel. Hier könnt Ihr unsere Folge gleich hören:

(00:00:00) Begrüßung: Wir reden über den nächsten Buchclub, der am 11. November online startet. Und das hier ist das Ergebnis Eurer Abstimmung:

Außerdem ist Thriller-Autor Sebastian Fitzek bei „Alles gesagt“ zu Gast und das ist wirklich interessant. Hier reinhören.

Larissa hat sich übrigens sehr amüsiert über das Buch „Von Katzen lernen, den Faschismus zu überstehen“ von Stewart Reynolds im hanserblau-Verlag.

(00:12:39) Erste Sätze

(00:15:55) Larissas Buchtipp

„Strandgut“ von Benjamin Myers 

Der Inhalt: Earlon »Bucky« Bronco hat mit seinen siebzig Jahren noch nie das Meer gesehen. Und doch treibt er seit dem Tod seiner Frau durch Chicago wie ein Schiffbrüchiger. Zwischen Bett und Walmart-Apotheke zählt er die Stunden bis zum Ende. Da erreicht ihn eine unerwartete Nachricht: eine Einladung zu einem Soul-Festival im englischen Scarborough. Tatsächlich hat Bucky eine Vergangenheit als Soulsänger, doch in den USA sind seine wenigen Songs längst vergessen. An der britischen Küste angekommen, begreift er, dass er hier eine Art Legende ist. Und er trifft auf Dinah, eine melancholische und lebenskluge Mittfünfzigerin, die ihren deprimierenden Alltag am besten vergessen kann, wenn sie Buckys Lieder hört oder sich in die kalte Nordsee stürzt.

Larissa sagt: Es ist ein liebevolles Buch über die Resignation im Alter und die Entdeckung, dass man sich auch mit über 70 noch einmal neu erfinden kann. Neue Dinge ausprobieren kann. Neue Freundschaften knüpfen kann. 

(00:20:37) Kristians Buchtipp ist dieses Mal:

„Das Leuchten des Himmels an dunklen Tagen“ von Elli Kolb

Der Inhalt: Der Tod ihres geliebten Opas stürzt Romy in eine Krise. Ihr fehlt der Halt, mit nichts fühlt sie sich mehr verbunden. Alles um sie herum scheint dunkel zu sein – bis Jakob auftaucht, den sie bei einer Party kennengelernt hat. Ihm gelingt es, sie an etwas Wichtiges zu erinnern: daran, dass es einem gleichzeitig sehr schlecht und sehr gut gehen kann; daran, dass es auch an dunklen Tagen Licht gibt. Als sie sich gemeinsam um eine kranke Taube kümmern – das Lieblingstier von Romys Opa -, kommen sie einander näher. Irgendwann ist die Taube gesund, breitet ihre Flügel aus. Wird es auch Romy gelingen, neuen Lebensmut zu finden?

Kristian sagt: Mir gefallen vor allem die vielen kleinen Ideen und Gedanken in diesem Buch. Besonders schön ist die Tonalität des Buchs, es ist sehr amüsant geschrieben.

(00:25:45) Der schöne Satz stammt bei Kristian aus „Der letzte Satz“ von Robert Seethaler und bei Larissa aus „Das glückliche Leben“ von David Foenkinos.

(00:29:40) Kristian liest ein Gedicht von Christian Morgenstern vor, und zwar „Der Werwolf“.

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Marijke!

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(00:34:00) Unser Gast ist diesmal Stefan Haupt. Sein Film „Stiller“ ist ab 30. Oktober im Kino:

„Stiller“ ab 30. Oktober im Kino

Der Inhalt: In den 1950er Jahren. Während einer Zugreise durch die Schweiz wird ein US-Amerikaner, der einen auf den Namen James Larkin White ausgestellten Pass besitzt, an der Grenze festgenommen. Man glaubt, er sei der vor sieben Jahren verschwundene Bildhauer Anatol Stiller, der wegen seiner Verwicklung in eine dubiose politische Affäre gesucht wird. White beharrt darauf, nicht Stiller zu sein. Um ihn zu überführen, bittet die Staatsanwaltschaft Stillers Frau Julika um Hilfe, doch auch sie kann ihn nicht eindeutig identifizieren.

Stefan Haupt empfiehlt uns das Buch

„Die Geschichte eines Deutschen“ von Sebastian Haffner

Der Inhalt: Als Kind und junger Mann erlebte Sebastian Haffner den Ersten Weltkrieg, die galoppierende Inflation 1923, die Radikalisierung der politischen Parteien in der Weimarer Republik, den unaufhaltsamen Aufstieg der Nationalsozialisten. Ohne politisch oder rassisch verfolgt zu sein, emigrierte er 1938 nach England.

Stefan Haupt sagt: Das Buch hat mich unglaublich berührt und begeistert, mit was für einer Hellsichtigkeit Haffner den Ersten Weltkrieg, die Weltwirtschaftskrise, den Aufstieg der Nationalsozialisten miterlebt hat und beschreiben kann. Er hat fast schon prophetisch vorweggenommen, was danach passiert ist.

Und weil dieser Tage noch ein toller literarischer Film im Kino läuft, und zwar „Franz K.“, das Biopic über Franz Kafka, verlosen wir diesmal 2x eine schöne Ausgabe aus dem Fischer-Verlag mit „Das Urteil“ und „Die Verwandlung“ von Kafka in einem Band. Procedere wie immer: E-Mail an liesunddas@gmail.com, in den Betreff „Verlosung Kafka“, in die Mail Eure Adresse. Das Gewinnspiel läuft jetzt bis 4. November um Mitternacht. Mitmachen können alle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

(00:48:15) Mit der Buchhändlerin Gaby Schäfers der gleichnamigen Buchhandlung in Köln haben wir diesmal zum ersten Mal gesprochen – aber sicher nicht zum letzten Mal. Folgt unbedingt auch dem tollen Instagram-Account, den Daria Razumovych für sie erstellt:

Gaby empfiehlt:

„Treppe aus Papier“ von Henrik Szántó

Der Inhalt: Das alte Haus erzählt. Denn seine Mauern, Dielen und Ritzen bewahren die Erinnerungen an alle Menschen, die es jemals bewohnt haben. Schon als Kind hat Irma Thon mit ihren nazitreuen Eltern im ersten Stock gelebt. Während die 90-Jährige zurückblickt und immer wieder an die kleine Ruth Sternheim von damals denken muss, erfreuen sie die Gespräche mit Nele Bittner aus dem Vierten. Die Schülerin lernt für eine Geschichtsklausur und beginnt zu verstehen, dass die Vergangenheit nicht vergangen ist, sondern nur wenige Stufen entfernt.

Gaby Schäfers sagt: Ich finde es klasse, wie Szántó das Haus erzählen lässt und wie wir in die Geschichte hineingesaugt werden und wie wir merken, dass die Vergangenheit immer wieder in das Jetzt hineinwabert.

(00:58:38) Kristian hat wieder eine Graphic Novel im Gepäck, er sagt, es sei eine „Herzensempfehlung“:

„Die Giehse“ von Barbara Yelin

Der Inhalt: Sie war Hauptdarstellerin in den Uraufführungen von Bertolt Brechts MUTTER COURAGE UND IHRE KINDER und Friedrich Dürrenmatts DER BESUCH DER ALTEN DAME, begründete mit Erika und Klaus Mann das politische Kabarett »Die Pfeffermühle« und spielte in den Filmen des französischen Regisseurs Louis Malle: Vor 50 Jahren starb Therese Giehse, eine deutsche Ausnahme-Schauspielerin. Barbara Yelin erzählt Therese Giehses Leben in Ausschnitten und Rückblicken: Ende der 1920er-Jahre bereits ein Star der Münchner Kammerspiele, floh sie 1933 als linke, jüdische und queere Frau aus Deutschland in die Schweiz und hat danach rastlos schauspielernd das Weltgeschehen kommentiert, karikiert und dramatisiert – überbordend auf der Bühne, ungehörig präsent und widerständig auch in ihrem Engagement gegen Nationalsozialismus und Krieg und für eine offene Gesellschaft.

(01:04:33) Verabschiedung

(01:06:23) In der Nachlese für unsere Unterstützer geht’s heute unter anderem um die Lieferengpässe im Buchhandel und woran das liegt, der SWR hat Buchtipps für den Herbst zusammengestellt, Larissa hat sich das Frühjahrsprogramm vom KiWi-Verlag angeschaut (und freut sich darauf!) und dann geht es noch um „Schattennummer“ von Thomas Pynchon und um „Monstergott“ von Caroline Schmitt.

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