Unser Gast ist heute die Schweizer Autorin Sara Gmuer, von der dieses Jahr gleich zwei Bücher auf den Markt gekommen sind: „Karizma“ und „Achtzehnter Stock“.

Kleiner Hinweis für diese und alle anderen Folgen: Ihr könnt jederzeit Teile des Podcasts überspringen, dafür gibt es die Kapitelmarken und Zeitstempel. Hier könnt Ihr unsere Folge gleich hören:

(00:00:00) Begrüßung: Wir reden über die Verfilmung von „Der Buchspazierer“ und über Larissas Kreativtage am Schliersee.

(00:07:14) Erste Sätze

(00:09:16) Kristians Buchtipp

„Spaceboy“ von Frank Schätzing 

Der Inhalt: Im Jahr 1969 ist Frank Schätzing 12 Jahre alt und nicht gerade der Experte für Coolness auf dem Schulhof eines Kölner Gymnasiums. Er kann zwar den »Herrn der Ringe« auswendig, aber von Popmusik hat er so wenig Ahnung wie von Fußball, und rauchen tut er auch nicht. Doch dann geht es plötzlich los in seinem Leben, denn ein neuer Musiklehrer mit langen Haaren legt eine Schallplatte auf: David Bowies »Space Oddity«. Ab dann ist alles anders – eigentlich bis heute. Denn ein Leben lang hat dieser Jahrhundertkünstler Frank Schätzings eigenen Lebensweg begleitet, bereichert und immer wieder auf eigenartige Weise gespiegelt und durchquert.

Kristian sagt: Schätzing kann schreiben, er kann formulieren, das Buch ist wirklich schön! Er ist selbstironisch, formuliert elegant. Der Stil ist sehr locker, wir bekommen mit, wie ein Künstler dein Leben prägen kann.

Veranstaltungstipp: https://www.instagram.com/p/DQuCA3-jIte/

(00:17:24) Larissas Buchtipp ist dieses Mal:

„Im Herzen der Katze“ von Jina Khayyer

Der Inhalt: Es ist Nacht in Südfrankreich. Jina sitzt an ihrem Schreibtisch, das Telefon in der Hand. Im Sekundentakt aktualisiert sich ihr Instagram-Feed. Sie liest: »Jina Mahsa Amini wurde in Teheran von der Sittenpolizei ins Koma geprügelt.« Im nächsten Moment begreift sie: Die junge Frau, die so heißt wie sie, ist tot. Im Feed folgen die Bilder: der Protestzug Tausender Menschen auf den Straßen, Mädchen und Frauen, die ihre Haare unverdeckt tragen, darunter auch Jinas Schwester Roya und ihre Nichte Nika.
Was als Versuch beginnt, die Gegenwart zu begreifen, wird zur Reise in die Vergangenheit. Denn die Ereignisse wecken in Jina Erinnerungen an ihre eigenen Aufenthalte im Iran.

Larissa sagt: Besonders schön fand ich, wie liebevoll die persische Kultur und Sprache beschrieben wird. Zum Beispiel, wie viele Möglichkeiten es gibt, dem Gegenüber zu danken. Es ist eine reiche Kultur, die sich nicht kleinkriegen lässt. 

(00:23:21) Der schöne Satz stammt bei Kristian aus „“Der letzte Satz“ von Robert Seethaler und bei Larissa aus „Das glückliche Leben“ von David Foenkinos.“Nationalstraße“ von Jaroslav Rudiš. Larissa zitiert aus Sara Gmuers „Achtzehnter Stock“.

(00:27:49) Unser Gast ist diesmal die Autorin Sara Gmuer. Ihre aktuellen Bücher:

„Karizma“ von Sara Gmuer

Der Inhalt: Victoria trifft Said. Beide wissen sofort: Es ist die große Liebe. Doch dann verschwindet der Rapper nach einem Gig in Südfrankreich im Meer. Victoria, mit Anfang zwanzig bereits Ex-Model mit großer Wohnung und großer Leere im Leben, ist wieder allein. Was bleibt, sind Erinnerungen und Saids Plattensammlung. Sie sucht ihn in seinen Texten und seiner Musik, und tatsächlich findet sie ihn wieder – aber anders als vermutet.

„Achtzehnter Stock“ von Sara Gmuer

Der Inhalt: Wanda hat sich ihr Leben anders vorgestellt. Ganz anders. Statt auf Filmdrehs und Premieren verbringt sie die heißen Sommertage im Hof einer Berliner Platte, wo sie mit ihrer fünfjährigen Tochter Karlie im achtzehnten Stock wohnt. Der Lift ist defekt und das Treppenhaus ein einziges Funkloch, in dem man, wenn man Pech hat, das ganze Leben verpasst. Am anderen Ende der Stadt scheint dagegen alles möglich. Als Wanda eine einmalige Chance bekommt, taucht sie ein in eine Welt, in der Geld keine Rolle spielt und Türen immer offenstehen. Doch wie weit sie auch geht, die Platte in ihrem Rücken wird nie wirklich kleiner.

Sara Gmuer empfiehlt uns das Buch

„Der Hund“ von Akiz

Der Inhalt: Der Hund ist ein Ausnahmetalent. Ein Waisenjunge, halb verhungert aus einem Kellerloch gekrochen, der kochen kann, dass es einem das Herz zerreißt. Und er ist für Mo wie ein Bruder. Als sie beide im Restaurant El Cion anfangen, steigt der Hund in den Olymp der Sterneküche auf. Akiz erzählt die Geschichte zweier Underdogs, ohne Luft zu holen, in überschäumendem Sound. Ein brachiales, unvergessliches Debüt, das mit voller Wucht auf die Explosion zusteuert.

Sara Gmuer sagt: Das Buch habe ich beim Schreiben gelesen, das war meine Bibel! Ich liebe dieses Buch. Diese Sprache ist so krass!

(00:41:33) Kristian liest ein Gedicht von Sirka Elspaß ohne Titel aus dem Gedichtband „Ich föhne mir meine wimpern“.

(00:45:09) Wir sprechen diesmal mit dem Buchhändler Ruben Felder. Ruben ist bei TikTok und Instagram bekannt als @Zeileninhalator, er hat einen eigenen Podcast namens „Noch eine Zeile – Rubens Welt der Literatur“ und hat im Sommer einen Buchclub für den Eisele-Verlag abgehalten. Und das ist nur ein Auszug aus all dem, was er mit Büchern macht.

Ruben empfiehlt:

„Hell strahlt die Dunkelheit“ von Ethan Hawke

Der Inhalt: Ein erfolgreicher Kinoschauspieler ist nach dem Scheitern seiner Ehe mit einer weltberühmten Sängerin vor allem von sich selbst angewidert, denn seine Untreue hat dazu geführt, dass die Familie zerbricht – und das unter den Augen der Öffentlichkeit. Ungeschickt versucht er, die Trümmer seines Lebens mit Whiskey und Sex zusammenzuhalten. Was ihn rettet, ist das Theater: Die Proben für eine Inszenierung von »Heinrich IV« am Broadway unter der Leitung eines brillanten Regisseurs fordern ihn wie nie zuvor. Als einziger Kinostar unter sehr routinierten Theaterschau-
spieler*innen mit ständigen Selbstzweifeln konfrontiert, wächst er über sich hinaus. Hybris und Demut im Dauerkampf. Ist es möglich, weltberühmt und gleichzeitig ein guter Mensch zu sein?

Ruben Felder sagt: Das Buch hat mich total abgeholt. Hawke mischt einen Stil aus Bukowski und Shakespeare zusammen, das ist ein bißchen wie ein Drogenrausch in schön.

(00:55:32) Wir verlosen heute ein Cap und 2 T-Shirts des neuen Buchs „No Way Home“ von T.C. Boyle. Procedere wie immer: E-Mail an liesunddas@gmail.com, in den Betreff „Verlosung Boyle“, in die Mail Eure Post-Adresse. Das Gewinnspiel läuft jetzt bis 18. November um Mitternacht. Mitmachen können alle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bitte denkt diesmal dran, bei den T-Shirts Eure Größe anzugeben, also S, M, L oder XL.

(00:57:56) Neues aus der Steady-Community! Erstmal DANKE an die neuen Mitglieder:

Neues Lese-Einhorn: Doris, Miriam
Neue Lese-Löwin Briska
und Anette hat sich hochgestuft von Lese-Einhorn auf Lese-Löwin!

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(00:59:41) Diesmal haben wir viele Buchtipps von Euch bekommen:

  • Elke empfiehlt „Augustblau“ von Deborah Levy und „Über Tyrannei“ von Timothy Snyder
  • Sabine empfiehlt „Wir kommen zurecht“ von Annika Büsing
  • Uschi empfiehlt „Tausend strahlende Sonnen“ von Khaled Hosseini
  • Carolin empfiehlt „Das große Spiel“ von Richard Powers
  • Miriam empfiehlt „Das Flüstern der Feigenbäume“ von Elif Shafak
  • Muriel empfiehlt „Treppe aus Papier“ von Henrik Szánto

(01:13:54) Kristian hat wieder eine Graphic Novel im Gepäck:

„Die Knef“ von Moritz Stetter

Der Inhalt: Sängerin, Schauspielerin, Schriftstellerin – Hildegard Knef war eine der schillerndsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Von Berlin über Hollywood war sie stets im Zentrum des Showgeschäfts und eine frühe Weltbürgerin. Sie trotzte Konventionen und erfand sich immer wieder neu. Vom Aufwachsen im Nationalsozialismus zum jungen Filmstar der UFA, Skandalen im Nachkriegsdeutschland bis hin zu ihren Erfolgen am Broadway und als Chansonsängerin – ihr Leben war ein ständiges Auf und Ab zwischen Ruhm und persönlichem Leid.

(01:23:41) In der Nachlese für unsere Unterstützer geht’s heute unter anderem um ein ganz besonderes Theater-Abo.

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