Unser Gast ist heute Laura Wagner, deren Debüt „Tutto bene“ gerade erschienen ist.
Kleiner Hinweis für diese und alle anderen Folgen: Ihr könnt jederzeit Teile des Podcasts überspringen, dafür gibt es die Kapitelmarken und Zeitstempel. Hier könnt Ihr unsere Folge gleich hören:
Andere machen Sommerpause, wir machen extra lange Sommerfolgen!
(00:00:00) Begrüßung: Wir reden über schlechtes Lesegewissen im Urlaub, über „Theo in Golden“, über den Bayerischen Buchpreis und das 46- Erlanger Poet:innenfest vom 28. bis 30. August sowie den Bookwalk auf dem Gräfelfinger Straßenfest am 12. September. Dann geht’s noch um die Zahlen, wie viele Frauen und Männer Bücher kaufen und lesen.
(00:16:24) Erste Sätze
(00:18:35) Kristians Buchtipp ist dieses Mal:
„Das Klimpern der Schlüssel“ von Anne Goscinny

Der Inhalt: »Bis gleich, mein Kätzchen«, ruft René Goscinny seiner neunjährigen Tochter zu, als er zusammen mit der Mutter das Haus verlässt. Doch er kommt nicht mehr zurück. Für die kleine Anne ist unfassbar, dass ihr Papa so plötzlich gestorben sein soll. »Tot bis wann, Maman?«, fragt sie. Jahrzehnte später schreibt sie – längst selbst Autorin und Mutter – ihrem Vater einen Brief, erinnert sich an ihn, an die glücklichen Momente mit ihm, und lässt ihn als Vater und Künstler noch einmal vor unseren Augen lebendig werden.
Kristian sagt: Ein ganz liebevoller Brief der Erinnerung an ihren Vater, der einen berührt, der uns berührt und der uns zum schmunzeln bringt.
(00:27:38) Larissas Buchtipp
„Love and Rent“ von Jo Cheetham

Der Inhalt: Hannah hat romantische Komödien, in denen ein Mann den Schlüssel zum Happy End einer Frau in der Hand hält, schon immer gehasst. Aber sie kann ihre Miete kaum noch bezahlen und die Wahl zwischen dem Zusammenleben mit einem Partner oder der eigenen, stets kritischen Mutter, ist nicht leicht. Als sie den wohlhabenden und von seiner eigenen Mutter geradezu besessenen Oscar kennenlernt, entschließt sie sich, ihm eine Chance zu geben. Schon bald ziehen die beiden in ein Cottage in der Nähe von Edinburgh. Doch es dauert nicht lange, bis die so schöne Fassade zu bröckeln beginnt. Denn Hannahs beste Freundin Kiera ist nicht begeistert davon, dass Hannah Sheffield für einen Typen verlassen hat. Und Hannah fragt sich, ob sie jetzt nicht die Art von Beziehung führt, für die sie andere immer verachtet hat.
Larissa sagt: Amüsant geschrieben und doch mit Tiefgang, das perfekte Buch für alle, die keine Lust mehr auf Happy End-Liebesgeschichten haben, in denen Frauen von Männern gerettet werden.
Wir reden kurz über den Bechdel-Test:
(Wikipedia:) Der Bechdel-Test besteht aus drei einfachen Fragen. Werden sie positiv beantwortet, hat der Film den Test bestanden.
- Unterhalten sie sich über etwas anderes als einen Mann?
- Gibt es mindestens zwei Frauenrollen?
- Sprechen sie miteinander?
(00:31:48) Der schöne Satz stammt bei Kristian aus „Dius“ von Stefan Hertmanns. Larissa hat schon wieder keinen dabei. Tststs.
(00:34:25) Das heutige Gedicht heißt „Likitos Griechenland“ und stammt von Birgit Müller. Kristian empfiehlt generell das dtv-Bändchen „Gedichte für Reisende“ und liest gleich noch eins von Josef Brustmann vor – ohne Namen.
(00:44:26) Das Cover-Duell zwischen „Mein Name ist Emilia Valle“ von Isabel Allende und „Zweifelssohn“ von Max Czollek bringt das Ergebnis auf 3:2 für Larissa. Und das bringt uns zu Cover-Duell Nr. 6. Welches Cover gefällt Euch besser? Die Abstimmung dazu gibt’s auf (diese Woche irgendwann) Instagram: https://www.instagram.com/liesunddas_podcast

(00:46:46) Unser Gast ist diesmal Laura Wagner, deren Debutroman „Tutto bene“ heißt.

Ihr aktuelles Buch ist:
„Tutto Bene“ von Laura Wagner

Der Inhalt: Mars, Snickers, Happy Cherries – wenn Emma die Späti-Regale aufstockt, sieht sie nur eins: Kalorien. Ihr Studium hat sie abgebrochen, genauso wie den Kontakt zu ihrem Vater, der vermutlich irgendwo auf einer Parkbank seinen letzten Rausch ausschläft. Und auch Emma steht kaum einen Abend ohne Müller-Thurgau durch, die Tasse unter dem Tresen hilft ihr beim Vergessen. Ist doch tutto bene, oder? Nicht. Aber dann ist da plötzlich Ingrid: fünfzehn, rotzfrech und seit Neuestem Schülerpraktikantin im Späti. Nicht nur Udo, der einzig für Schokolade und Energydrinks hinter seinem Gaming-Computer hervorkriecht, mag die neunmalkluge Teenagerin auf Anhieb. Auch Emma lässt Ingrid bald unbedacht in ihr Herz. Unbedacht, denn jetzt muss sie ihre Probleme wirklich angehen – und die steigern sich exponentiell, als sie den Matrosen, der eigentlich Leo heißt, kennenlernt. Er will das, was sie seit Jahren scheut: eine Beziehung, mit allem, was dazugehört. Doch Emma wagt ja noch nicht mal, sich ein Tattoo stechen zu lassen, wie soll sie sich da zu so etwas Großem committen? Sich jemandem auch nur einen Spaltbreit zu öffnen, ist schon schwer genug.
Laura empfiehlt uns dieses Buch:
„Botanik des Wahnsinns“ von Leon Engler

Der Inhalt: Als bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter durch eine Verwechslung alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. Wie hat es so weit kommen können? Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, der Großvater Stammkunde in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Und er blickt auf seinen eigenen Weg: Eine Kindheit im Münchner Arbeiterviertel. Die frühe Angst, verrückt zu werden. Die Flucht vor der Familie ins entfernte New York. Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus. Und wie er schließlich doch in der Anstalt landet – als Psychologe. Bei der Arbeit mit den Patienten lernt er, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Krankheit, dass Zuhören wichtiger ist als Diagnostizieren. Vor allem aber muss er sich bald die Frage stellen, was das sein soll: ein normaler Mensch.
Laura Wagner sagt: Mich hat das Buch so abgeholt, denn vielleicht sollten sich mehr Menschen fragen, wo eigentlich in ihren Familien so der Hund begraben liegt und sich selber einfach viel mehr reflektieren sollte,
(01:02:55) Wir danken den Menschen, die uns treu unterstützen und dafür sorgen, dass wir diesen Podcast weitermachen können:
Neue Lese-Maus
Neues Lese-Einhorn Sylvia
Neue Lese-Löwinnen Tanja und Rory
DANKE EUCH ALLEN!
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(01:04:15) Larissa hat mit Claude rumgespielt (wie das klingt!) und möchte jetzt herausfinden, welches Euer Lieblingsbuch aller Zeiten ist. Welches Buch ist einfach das Beste? Bitte schreibt in dieses Feld den GENAUEN Titel rein, sonst klappt das nicht. Also zum Beispiel nicht „Die Botanik des Wahnsinns“, sondern korrekt „Botanik des Wahnsinns“. Und dann schauen wir mal, ob das funktioniert!
Du kannst Dein Lieblingsbuch hier eingeben: https://claude.ai/public/artifacts/ecc47768-be7d-4eba-ac42-f0a435f4210a
Es braucht keine Anmeldung!
(01:05:05) Kristian hat wieder eine Graphic Novel dabei, und zwar:
„Kaputt“ von Alison Bechdel

Der Inhalt: Von ihrem Zwergziegen-Gnadenhof in Vermont aus fragt sich die Comiczeichnerin Alison Bechdel: Kann sie die Menschheit aus ihrer Todesspirale befreien, indem sie eine bissige Autobiografie über ihre eigene Gier und ihre Privilegien schreibt? Aber wie könnte sie dasitzen und an einem Buch arbeiten, während das Schicksal der Welt am seidenen Faden hängt und das Land, in dem sie lebt, am Rande eines Bürgerkriegs steht? Alison Bechdel, Autorin der preisgekrönten autobiografischen Graphic Novel FUN HOME, hat mit KAPUTT eine autofiktionale Satire geschaffen, in der eine Gruppe liberaler Babyboomer, darunter Alison und ihre Frau Holly, mit den Fallstricken des Kapitalismus konfrontiert wird. Die Clique erfüllt jedes Klischee, das die US-amerikanische Rechte abfällig als »Woke-Kultur« bezeichnet. Das Verblassen von Idealen im Laufe der Jahre und die Zugeständnisse, die man mit zunehmendem Alter macht, quälen die fiktive Alison ebenso wie das Gefühl, mit den TV-Rechten ihres Graphic-Novel-Bestsellers auch ihre künstlerische Unabhängigkeit verkauft zu haben.
(01:13:35) Und die Buchtipps aus der Community:
- Kerstin empfiehlt „Pause“ von Lena Kupke
- Bruna empfiehlt „Die Lebensentscheidung“ von Robert Menasse
- Sabine empfiehlt „Popóm“ von Johanna Seebauer
Schickt Eure Tipps gerne als Text oder Sprachnachricht an liesunddas@gmail.com.
(01:18:42) Bei der Abstimmung zu den Namens-Vorschlägen für die Community haben gewonnen: Die Lieslinge und die Lese-Wesen! Jetzt warten wir noch, bis Kristian sich daran gewöhnt hat.
(01:21:16) Wir lesen wieder gemeinsam, und zwar versuchen wir diesmal einen Buchclub über WhatsApp. Erstmal müsst Ihr alle in die Community kommen, wenn Ihr mitmachen wollt. Und dann suchen wir ein Buch aus. Und dann lesen wir es gemeinsam und diskutieren darüber. Hier geht’s zum WhatsApp-Buchclub:
https://chat.whatsapp.com/EFhUB3D4In57LygPuOY5VL
(01:26:08) Verabschiedung
In der Nachlese für unsere Unterstützer geht’s heute unter anderem um die Bücher, die Larissa mit in den Urlaub nimmt, um Ronja von Rönnes Reaktion auf ihr hässliches Cover, um das Gedicht „Marokkanische Seele“ von Norbert Göttler und um die Bücher „Herz König“ von Lily King und „Good Material“ von Dolly Alderton.
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